Über

KiezKick - das soziale Fußballprojekt des Fanladen St. Pauli, nimmt mit einer Gruppe an der Straßenfußballweltmeisterschaft in Sao Paulo teil. Wir halten uns vom 1.-12.7.2014 in Brasilien auf und möchten mit diesem Blog unsere Erlebnisse teilen.

Alter: 16
 


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Blog

Tag 5 Und plötzlich stand da ein Mann mit einer Schlange

Der Tag startete mit noch mehr Chaos als bereits gewohnt. Keiner wusste was nun geplant war, nicht einmal die Veranstalter... Nach viel Hin und Her gingen wir in die benachbarte Favela und wurden neben den Veranstaltern auch von Volunteren, die dort zum Teil auch wohnen und aufgewachsen sind, begleitet. Da wir als große Gruppe unterwegs waren, war alles recht hektisch und schnell. "Vamos" und "Rapido" waren wohl die meistgesprochenen Wörter der Tour. Wir machten zwischendrin etwas länger Halt bei einem ansässigen Künstler, welcher Skulpturen aus Schrott und Ersatzteilen herstellt. Gegen Mittag ging es in die CEU zurück und es gab: "Surprise, surprise, Reis mit Bohnen!" O-Ton E. Der Nachmittag wurde dann von jedem individuell innerhalb der CEU gestaltet. Manche guckten Fußball, andere spielten Fußball und wieder andere wurden von kleinen Mädchen dazu genötigt, ihnen das Schwimmen beizubringen. Sport kennt keine Sprachbarrieren! Am späten Nachmittag gingen wir, um uns mit fehlenden Dingen des täglichen Bedarfs einzudecken, in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum. Dieses erwies sich jedoch als äußerst europäisiert und zusätzlich sehr, sehr teuer. ...und auf dem Rückweg stand da plötzlich ein Mann mit einer Schlange... Die ca. 20 Meter lange Schlange (okay, realistisch ca. 3 Meter...), wurde herumgereicht und es wurden unzählige Fotos gemacht. In der CEU angekommen stand da plötzlich wieder ein Mann mit einer Schlange, ach ja, war ja der selbe... Einige Daheimgebliebene erschraken sich sichtlich. (HAHA, Mitglied der amerikanischen Delegation) Die Cultural Presentations gaben uns einen Einblick in die Samba-Kultur und die Geschichte Bahias. Abschließend hatten wir sehr viel Spaß beim Blog schreiben, bis uns gegen 22.30 Uhr die Meldung erreichte, dass der Pool für uns geöffnet wurde. Fast unsere gesamte Gruppe ging nochmal ne Runde planschen und spritzte sich gegenseitig und alle umstehenden Menschen nass. O-Ton des Tages: "Das war ein brasilianisches 10 Uhr." Marco zu Andi, auf die Frage, ob seine Familie ihn nicht um 10 Uhr abholen wollte. O-Ton des Tages 2.0: "Das saug ich auf!" Jule zu Laila, über die sehr kleinen Wasserflaschen.

9.7.14 03:01, kommentieren

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Tag 4 Einfach mal glücklich sein

Wie jeden Morgen aus dem Tiefschlaf gerissen, ging es ausnahmsweise nach dem Frühstück mal pünktlich los, zum Ibiraquera Park. Dort veranstaltete die katalanische Gruppe einen Workshop zum "bauen" von Human Castels (Menschenpyramiden - zur Erklärung für A. (Person möchte anonym bleiben), die kein Englisch versteht). Wir schlugen uns zittrig bis wacker und probierten alles aus, sogar Eigenkreationen! Zur Stärkung gab es anschließend ein gemütliches Mittagessen im Park, den dritten Tag in Folge Reis mit Bohnen... Da die Viertelfinal-Spiele anstanden, fuhren wir in die größte Favela Sao Paulos, um dort die Spiel Deutschland-Frankreich und Kolumbien-Brasilien zu schauen. Hierfür wurde in einer halb offenen Turnhalle eine Leinwand und Bestuhlung aufgebaut. Beeindruckend war vor allem der Kontrast zu dem, was wir bisher gesehen hatten. Die engen Gassen und eine Bauweise, die sich am Besten mit Haus-auf-Haus beschreiben lässt, prägten das Bild. Wir wurden allerdings super gastfreundlich und offen empfangen, es wurden Speisen und Getränke mit allen geteilt. Während es beim ersten Spiel noch recht ruhig zuging, füllten sich mit näherndem Anpfiff des Brasilienspiels die Straßen und der Raum zusehends. Die ersten Böller knallten und Raketen wurden gezündet. So richtig knallte und zischte es dann beim ersten Tor und während der Halbzeitpause wurde gefeiert, als wenn Brasilien schon Weltmeister wäre. Bei lauter Musik wurde wild getanzt...Kopfschmerztabletten for the win! Die Damen unserer Delegation HÄTTEN neben geisteserweiternden Substanzen, auch Ehepartner (mit Zahnspange) finden können. Nach dem Sieg der Brasilianer verließen wir die Favela recht zügig und kehrten in die CEU zurück. Da eine Teilnehmerin der katalanischen Gruppe Geburtstag hatte, wurde auch dort weiter gefeiert und wild getanzt bis spät in die Nacht. Heute kein O-Ton des Tages, dafür die Erkenntnis: Schlafmangel macht albern, A. sei uns bitte nicht böse!

7.7.14 01:50, kommentieren